Am stürmischen, verregneten Morgen des Tages bin ich zu Gräfin von Falkenstein nach Ottenhusen gefahren. Die Kutschfahrt zu ihrem Schloss am großen Strom war recht beschwerlich, da ich ein großes, gerahmtes Bild dabei hatte. Mit mir fuhren drei ältere Damen, die taubstumm aber keineswegs still waren: Sie unterhielten sich alle gleichzeitig aufgeregt gestikulierend und ihre Capes raschelten dabei heftig. Für mich ist sehr kurzweilig gewesen, da ich rätselte, worüber sie sich so echauffieren mögen?
Endlich angekommen, ist mir doch recht blümerant gewesen. Da kam ein Vanilletörtchen aus Portugal wie gerufen und ein...zwei...drei...perlende Schlückchen vom freien Rotkäppchen gerade richtig. "Auf die Inspiration! Möge sie niemals versiegen! und: Gesundheit! und auf die Lady, die über dem großen Ozean auf dem Königlichen Berg residiert!"
Die Gräfin öffnete ihre Schatzkisten und hat über die neuesten Duftkreationen berichtet, Stoffe aus Frankreich, die sie in der Hauptstadt gefunden hat, herrlich anzufassen! Fächer und Lampions aus dem Fernen Osten, Drachen geschmeidig gewachst, güldene Rahmen aus Italien. Sie hat das großartige Talent, alltägliche Dinge miteinander so zu präsentieren, dass etwas völlig Neues entsteht und Schönheit hervortritt: Ein wahrer Kosmos breitet sich sinnlich aus und allmählich spürt man, Teil davon zu sein.
Wundervoll.
Wundervoll.