Mittwoch, 3. November 2010






Am stürmischen, verregneten Morgen des Tages bin ich zu Gräfin von Falkenstein nach Ottenhusen gefahren. Die Kutschfahrt zu ihrem Schloss am großen Strom war recht beschwerlich, da ich ein großes, gerahmtes Bild dabei hatte. Mit mir fuhren drei ältere Damen, die taubstumm aber keineswegs still waren: Sie unterhielten sich alle gleichzeitig aufgeregt gestikulierend und ihre Capes raschelten dabei heftig. Für mich ist sehr kurzweilig gewesen, da ich rätselte, worüber sie sich so echauffieren mögen?

Endlich angekommen, ist mir doch recht blümerant gewesen. Da kam ein Vanilletörtchen aus Portugal wie gerufen und ein...zwei...drei...perlende Schlückchen vom freien Rotkäppchen gerade richtig. "Auf die Inspiration! Möge sie niemals versiegen! und: Gesundheit! und auf die Lady, die über dem großen Ozean auf dem Königlichen Berg residiert!"

Die Gräfin öffnete ihre Schatzkisten und hat über die neuesten Duftkreationen berichtet, Stoffe aus Frankreich, die sie in der Hauptstadt gefunden hat, herrlich anzufassen! Fächer und Lampions aus dem Fernen Osten, Drachen geschmeidig gewachst, güldene Rahmen aus Italien. Sie hat das großartige Talent, alltägliche Dinge miteinander so zu präsentieren, dass etwas völlig Neues entsteht und Schönheit hervortritt: Ein wahrer Kosmos breitet sich sinnlich aus und allmählich spürt man, Teil davon zu sein. 
Wundervoll.


Montag, 1. November 2010

Quitten




Die Blätter sind immer noch golden. Allerdings
knistern sie jetzt, wenn der Wind sie berührt und sie sanft
zu Boden segeln - zu ihren Geschwistern.
Da hat der Jägersmann, der in der Burg den unteren
Trakt bewohnt, mir aus seinem Kellerverlies den Schädel
von einem Reh samt kleinem Geweih nach oben gereicht.
Es sei ihm mit einem zukünftigen
Glas Quittengelee vergönnt.


Sonntag, 31. Oktober 2010



Als es dunkel wird, geistern allerhand gruselige Gespenster um die Burg herum. Manche dringen sogar bis ins Innere und fordern mit niedlichen Gedichten und schreckenverbreitenden Verkleidungen Schnökerkram. Erst, wenn wir ihnen selbst einen Schrecken einjagen, der sie erbleichen lässt und wir sie mit selbstgezüchteten Staubweben behängen, lassen wir sie gnädig mit etwas Beute wieder ziehen. Aber die Nashi Nashi bleiben hier!

Granatapfel



Die Burg liegt still am Eisenbach. Nur zögernd löst sich der Nebel und die Krähen von dem Gunther auf der Burg nebenan lauern hungrig auf Walnusskerne. Mit dem Messer des Großvaters aus dem Grönen Land wird ein Granatapfel zerteilt. Der rote Saft rinnt auf den Mull und versickert. Den Orchideen jagt der Anblick einen Schauer über die Blüten und erstarrend vor Schreck senken sie ihre Lider.

Samstag, 30. Oktober 2010

Ruderer, unten vor dem Balkon


Das Wasserfassen von Ruderblättern und der folgende Durchzug ist von dem Balkon aus zu hören. Von droben schaut das kleine Burgfräulein den Ruderern nach. Sie weiß, dass der Eisenbach hinten bei der Kirche unterirdisch weiter fließt und die Ruderer also gleich zurückkommen müssen. "Abwarten und Tee trinken..." heißt die Parole.
- "Ahh, da sind sie ja wieder!"


Donnerstag, 28. Oktober 2010


"Lieb' Schwesterlein", ruft die jüngere Prinzessin und legt ihr ein Sträußlein Blüten vom Schulhof auf das Kissen, "werde schnell wieder gesund!"


Mittwoch, 27. Oktober 2010




 
Es waren einmal ein König und eine Königin. Sie lebten in einer Burg am Eisenbach. Im goldenen Oktober vor einem Jahrzehnt heirateten die Beiden. Bald darauf bekamen sie eine Prinzessin und ein Prinz und noch eine Prinzessin. Und so feiern sie heute Rosenhochzeit, leben glücklich und zufrieden und sehen den tanzenden, goldenen Blättern zu.





Dienstag, 26. Oktober 2010



Im Nordflügel wird das Licht deutlich weniger.
Vormittags werden die tiefliegenden Sonnenstrahlen
vom Mondhaus gegenüber reflektiert.
 


Montag, 25. Oktober 2010







Heute morgen gleich Kindergeburtstagsaktion gehabt - und im Weiherpark für die Zwischenzeit ein bisschen Ruhe gefunden.




WUNDERKAMMER - Ausstellung im Projekt|t|raum, Hamburg

  I m Juni haben Silke Storjohann und ich in unsere Wunderkammer im Projekt|t|raum geladen.  Es war ein voller Erfolg:  Silke hat ihre Tus...